Smartphones von großen Firmen wie Apple sind immer wieder in den Schlagzeilen, mal wegen schädlicher Abbaumethoden der Rohstoffe, ein anderes Mal, weil sich die Akkus nicht austauschen lassen und so in jedem Fall ein Umweltproblem darstellen. Doch es geht auch anders, denn heute muss man mit umweltverträglichen Handys nicht zwangsläufig auf jedes Gimmick verzichten.

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Die Idee hinter Handys, die nicht austauschbare Teile beinhalten, die dann gerne kurz nach Ablauf der Garantie kaputt gehen, ist klar: Den Absatz fördern.
Das Schlagwort des geplanten Produktverschleißes zog spätestens seit der preisgekrönten Dokumentation „geplante Obsoleszenz – Kaufen für die Müllhalde“ von Cosima Dannoritzer weitere Kreise. Die Werbung preist den erzwungenen Neuerwerb dieser Wegwerf-Produkte als freiwilligen Konsum eines Lebensgefühls an. Das daraus millionenfach resultierende Verhalten der Menschen fördert und fordert zu viel Elektroschrott, giftige Abfälle, gefährliche Arbeitsbedingungen und Raubbau an der Natur.

Im Zusammenhang mit Handys und dabei ganz besonders mit Smartphones oder Tablets erscheinen also auch immer mehr negative Berichte über streikende chinesische Bergarbeiter, im Pazifik treibende Plastikteppiche oder riesige Schrotthalden in Ghana.

Da stechen Berichte über umweltfreundlichen Handys, plötzlich umso deutlicher hervor.
Bei diesen Handys handelt es sich in vielen Fällen nicht um „Smartphones“ im gebräuchlichen Sinn, denn nicht jedes Handy verfügt über einen Touchscreen, deshalb ist trotzdem mit vielen von ihnen auch der Zugang zum Internet möglich. Die Vielfalt der Telefonarten entsteht durch die verschiedenen Ansätze, das Gerät umweltfreundlicher zu machen. So gibt es Geräte, deren Gehäuse aus recyceltem Plastik sind, oder aus Biokunststoff. Einige Handys haben eine gute Energieeffizienz, wurden unter ökologischen Standards gefertigt oder sind leicht zu trennen und in Einzelteilen wiederzuverwerten. So besteht etwa eine Reihe von Samsung-Handys aus maisbasiertem Kunststoff oder sie haben ein Solarpaneel auf der Rückseite. Auch der von Greenpeace gekrönte Testsieger „Blue Earth“ kam von Samsung.

Argwöhnische Zeitgenossen könnten anmerken, dass die Umweltverträglichkeit der Smartphone-Produktion eher kosmetischer Natur ist und in erster Linie dem Image der großen Hersteller hilft. Dem muss man wohl zustimmen, angesichts der wie etwa bei Samsung sonst produzierten Anzahl an unverträglichen Handys.

Trotzdem, diese “grünen” Handys und Smartphones sind auf einem guten Weg und werden sicher weiterentwickelt werden. Solange es aber einen sehr großen Absatzmarkt für iPhone und Co gibt, bei deren Herstellung und Bauweise bekanntermaßen so einiges im Argen liegt, werden auch die umweltfreundlichen Nischenprodukte kaum etwas bewirken.

Jochen Flasbarth, der Präsidenten des Umweltbundesamtes, hat vorgeschlagen: Handys und Tablets die keine austauschbaren Akkus haben sollten in der EU verboten werden. Ein solcher Ansatz ist vielleicht radikal, aber wie es scheint, ist die Mehrheit der Menschen sonst nicht bereit, den Lifestyle-Versprechen der Werbung skeptisch zu begegnen.

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